Seit Jahrtausenden setzt sich die alte chinesische Kunst des Feng Shui mit der Gestaltung unseres Lebensraums auseinander. Darüber werde ich Ihnen berichten. Aber es interessiert Sie vielleicht, dass es auch in Europa schon seit Jahrtausenden ein Wissen um die Harmonie in der Umwelt gibt. Betrachten Sie griechische Tempel oder gotische Kathedralen oder Barockschlösser mit ihren Parks, um nur einige Beispiele zu nennen: Sind sie nicht „schön“? Ob Sie das Tadsch Mahal in Indien, die Maya-Pyramiden in Mittelamerika oder Rothenburg ob der Tauber betrachten, fast jeder Mensch wird von ihrem Anblick positiv berührt. Warum ist das so? Offensichtlich gibt es ein universelles Gespür für Schönheit und Harmonie. Es drückt sich unterschiedlich aus, je nach Kultur und Natur in der Umgebung. Und der Zweck des Gebäudes macht auch einen Unterschied: Handelt es sich um religiöse oder profane Bauten, will man dort wohnen oder repräsentieren? Das alles macht einen Unterschied. Trotzdem erkennen alle Menschen Harmonie und Schönheit, auch wenn sie aus anderen Kulturen stammen. Man hatte also schon immer die Überzeugung, dass es sich lohnte, Geld und Zeit in Bauwerke zu investieren. Und die meisten Regeln, nach denen in Europa und auf der ganzen Welt gebaut wurde, sind im Feng Shui zu finden. Darum werde ich Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie auch ohne einen Feng Shui – Berater selbst Ihren Wohnraum so gestalten können, dass Ihre Gesundheit, Ihre Energie und Ihr Erfolg unterstützt werden.

Ihr Haus, Ihre Wohnung sollte ein ausgeglichenes Feng Shui haben, als Yin und Yang in Balance. Übrigens heißt das nicht, dass es darum geht, dass Sie sich in Ihrer Wohnung wohl fühlen! Denn, schauen Sie, in Ihrem Bett fühlen Sie sich auch wohl, aber Sie werden sich dort keinen finanziellen Erfolg erwarten. Denn das Bett ist für Schlaf, Ruhe und Erholung bestimmt – es ist also eine Yin-Stätte. Und, das haben wir schon verstanden, bei Reichtum geht es um das Yang-Prinzip.

Erlauben Sie mir bitte trotzdem, dass ich Ihnen einige grundsätzliche Ratschläge für Ihren gesamten Wohn- und Arbeitsbereich gebe. Denn auch Erholung ist wichtig für Ihren Erfolg. Je besser Sie sich regenerieren, umso mehr Energie haben Sie für Ihren Erfolg zur Verfügung. Wenn Sie springen wollen, gehen Sie ja auch ein paar Schritte zurück, um genügend Anlauf zu haben. In Kapitel 6 werden wir darauf noch zurückkommen.

Im Feng Shui gilt das Prinzip: Sauberkeit ist besser als Schmutz, Ordnung ist besser als Unordnung. Das gilt für alle Wohn- und Arbeitsbereiche. Schauen Sie sich einmal um, auch im Keller oder im Speicher! Was haben Sie da alles herum liegen? Alles, was Sie nicht brauchen und was nicht sehr schön ist oder einen persönlichen Erinnerungswert hat, nennt man Gerümpel. Weg damit! Das gilt vor allem für die Wohnbereiche. Wenn man Gerümpel nicht sehen kann, ist es nicht ganz so schlimm. Unser Unterbewusstsein nimmt es zwar wahr – und leidet darunter -, aber das lässt sich leichter verkraften. Schädlich ist es, wenn es sichtbar wird. Im Feng Shui spricht man von Sha Chi: schädlicher Energie. Die Erholungsräume, in denen Yin-Aktivität (eigentlich Passivität) vorherrscht, brauchen unbedingt Sauberkeit und Harmonie. Keine Regal, voll gestopft mit Büchern und anderen Utensilien. Weniger ist da mehr. Wenn überhaupt Bücher, dann in geschlossenen Schränken, damit Ihre Erholung Sie nicht nachts im Schlaf gestört wird. Nichts Spitzes und Scharfkantiges sollte Ihr Unterbewusstsein beunruhigen. Spiegel erhöhen die Yang-Aktivität und haben deshalb im Schlafzimmer nichts zu suchen. Wenn Sie schon einen Spiegelschrank haben, dann decken Sie den Spiegel mit einem Vorhang ab oder stellen einen Paravent davor, so dass sie ihn vom Bett aus nicht sehen können. Auch Springbrunnen und Aquarien erhöhen das Yang, raus damit aus dem Schlafzimmer. Tiere gehören nicht ins Schlafzimmer. Auch Durchzug ist nicht zu empfehlen. Im Ruhebereich sollten Sie Yin-Farben bevorzugen, das sind gedeckte Farben, Also nicht Weiß oder Schwarz, auch keine leuchtenden Farben, sondern mit weiß oder grau abgetönte Farben. Rosa statt rot, hellgrau oder eierschalenfarbig statt reinweiß. Wenn Sie diese Ratschläge beherzigen, sind Sie auf der sicheren Seite.

Über allem aber steht der Rat: Sie, ja, Sie persönlich müssen sich wohl fühlen. Wenn Sie seit Jahr und Tag Ihren Hund oder Ihre Katze bei sich im Bett schlafen lassen, dann tun Sie es in Gottes Namen weiter. Seien Sie nicht fanatisch. Ansonsten kaufen Sie sich ein gutes Feng Shui – Buch und probieren ein bisschen aus, was Ihnen gefällt oder nicht. Und außerdem rate ich Ihnen, Ihren Schlafplatz von einem erfahrenen Rutengänger auf Störfelder hin untersuchen zu lassen. Die moderne Wissenschaft hält davon nichts, aber die Alten wussten es besser. Und ich könnte Ihnen Geschichten erzählen …

Doch jetzt wollen wir zum zentralen Punkt kommen: zu Ihren Yang-Räumen. Denn für Ihren Erfolg ist das Yang-Prinzip zuständig. Yang-Räume sind: der Außenbereich (Garten, Vorgarten, Treppenhaus), der Eingangsbereich, die Arbeitsräume (zu denen auch die Küche gehört!) und das Wohnzimmer, wenn Sie dort nicht vorwiegend auf der Couch liegen. Ansonsten ist das Wohnzimmer eine Mischung beider Prinzipien.

Was ist bei diesen Räumen zu beachten? Ich erzähle Ihnen, wie die Chinesen sich das vorstellen. Das werden Sie nicht in Feng Shui – Büchern finden, ich habe das persönlich von meinem chinesischen Feng Shui – Meister. Die Chinesen stellen sich vor, dass das Chi, die universelle Energie, entweder in festen Objekten, vor allem Bergen, steckt oder mit Wind und Wasser fließt. Das ruhende Chi wird Bergdrache genannt, er repräsentiert Yin. Das fließende Chi ist der Wasserdrache. Er ist für uns wichtig, denn er repräsentiert Yang. Warum stellen Sie sich das nicht einfach mal vor? In China ist der Drache übrigens kein Ungeheuer wie in unseren Märchen und Sagen, sondern ein  Bote des Himmels. Er fliegt durch die Luft und reitet auf dem Wind oder auf fließendem Wasser. Und er wohnt nicht im Haus, sondern draußen. Das ist sehr wichtig.

Der Drache ist nicht materiell, sondern „feinstofflich“, das heißt wir können ihn nicht sehen. Aber trotzdem braucht er einen Eingang, um ins Haus zu kommen. Diese Öffnung muss nicht unbedingt offen sein, denn er ist ja kein stoffliches Wesen, es reicht eine energetische Öffnung. Das wäre eine Tür oder ein Fenster. Klar?

Wo ist nun ein Wasserdrache? Dort, wo viel Yang-Energie vorherrscht: auf freien Plätzen, auf der Straße, über Seen und Flüssen. Durchaus auch im Garten, auf der Terrasse, auf dem Rasen. Er liebt Luft und Licht. Wenn er bei Ihnen keinen freien Platz hat, dann haben Sie eben nur einen Minidrachen. Über großen Seen, über dem Meer, an großen Flüssen hingegen bilden sich mächtige Drachen. Darum hat man auch schon immer bevorzugt an solchen Stellen Städte und Schlösser gebaut. Achten Sie mal darauf, praktisch alle Metropolen liegen am Meer, an großen Seen oder Flüssen oder zumindest in einer Ebene. Wo viel Yang ist, da ist halt „was los“.

Also, irgendwo außerhalb Ihrer Wohn- und Arbeitsräume werden Sie Wasserdrachen finden, Yang-Energie. Nun müssen Sie diese Wasserdrachen nur noch hereinlocken. Draußen nützen sie Ihnen nicht. Laden Sie sie ein! Nun müssen Sie wissen, dass diese Drachen wie Kinder sind. Sie lieben alles Schöne und Interessante. Bunte Farben sind schön, Blumen, Windspiele und Springbrunnen sind interessant. Blumenkübel rechts und links vom Eingang, Schmuck vor der Tür, ein farbig gestalteter, nicht langweiliger Eingangsbereich lockt die Drachen an. Dort lassen sie sich gerne nieder. Und dann können Sie sie leicht hereinholen. Jeder, der Ihr Haus betritt, bringt den Drachen vor der Tür mit herein, jeder Mensch, jeder Hund, jede Katze. Und es reichen auch schon der Wind und das Sonnenlicht, so dass Sie auch den Drachen vor dem Fenster hereinholen können. Also sorgen Sie für Bewegung vor der Tür. Und lüften Sie reichlich!

So, nun haben Sie das geschafft. Sie haben einen Wasserdrachen in der Wohnung, sie ist voll Yang-Energie. Wie können Sie nun verhindern, dass er gleich wieder durch das nächste Fenster hinaus rauscht? Nun, heftiger Durchzug ist nicht so gut, sonst ist der Drache gleich wieder weg. Eine gerade, ungehinderte Verbindung zwischen Wohnungstür und Balkontür oder Fenster ist nicht so gut. Stellen Sie ein Hindernis dazwischen auf: einen Springbrunnen, ein Aquarium, eine große Pflanze, ein Paravent, ein Windspiel oder ähnliches. Ansonsten haben Sie, was man in Fachkreisen einen Feng Shui – Durchfall nennt.

 

Ansonsten habe ich oben schon erwähnt, was schlecht ist (Gerümpel, Schmutz, Durcheinander) und was gut (schöne Dinge, Pflanzen, Bilder, Wasser). Beseitigen Sie schädliches Chi und fördern Sie positives Chi. Weiter kommen Sie nur mit einem professionellen Feng Shui – Berater. Dabei sollten Sie darauf achten, dass er eine fundierte Ausbildung nachweisen kann, am besten bei einem „Großmeister“ wie Yap Cheng Hai oder Joseph Yu.