Wann ist denn der optimale, oder angemessene, Zeitpunkt, etwas zu tun? Was heißt das überhaupt? Optimal wofür? Haben Sie darüber schon einmal nachgedacht?
Der richtige Zeitpunkt zum Mittagessen ist natürlich mittags. Der richtige Zeitpunkt für die Weinlese ist im September/Oktober. So weit, so gut. Das sind objektive Fakten. In Deutschland kann man sonntags normalerweise eben nicht einkaufen. Das hat nichts mit Ihnen zu tun, das sind Bedingungen, auf die Sie sich einstellen müssen, ob es Ihnen passt oder nicht.
Wenn Sie hingegen abends nach 22 Uhr immer müde sind, dann hat das nichts mit allgemeinen Bedingungen zu tun. Ihr Nachbar kommt vielleicht erst ab 20 Uhr richtig in Form, dafür ist er morgens zu nichts zu gebrauchen. Das sind subjektive Muster, die man in Betracht ziehen sollte. Ich kenne Menschen, die sind froh, wenn Sie den Winter überstanden haben. Die Dunkelheit schlägt Ihnen derart aufs Gemüt, dass sie im Winter einfach nichts Neues in Angriff nehmen. Andere halten die Sommerhitze nicht aus! Manche Menschen sind im Frühling gehandicapt, weil sie Heuschnupfen haben. Diese subjektiven Faktoren spielen immer auch eine Rolle, wenn wir von der rechten Zeit sprechen.
Manchmal haben wir Zeiten, an denen will nichts so recht klappen. Wenn etwas schief gehen kann, dann geht es auch schief. Wir sind energielos, eventuell sogar kränklich, und die Welt ist voller Probleme. Zu anderen Zeiten läuft alles wie geschmiert, was Sie auch immer anpacken, es gelingt. Das Glück ist mit uns. Hier sind wir meistens ratlos. Wer uns hier helfen kann, ist ein guter Astrologe, eventuell auch die Beschäftigung mit dem Tarot oder dem I Ging. Hier geht es um „kosmische“ Faktoren, überindividuelle Strömungen, denen wir ausgesetzt sind und die uns beeinflussen.
Wir unterscheiden also zwischen objektiven, subjektiven und kosmischen Faktoren von kairos.